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Der “Waldviertler Oldtimerverein” trauert um Emmerich Grath

Der Gründer und langjährige Organisator des VW-Käfertreffens in Eggenburg, Emmerich Grath, ist am 18. Februar nach schwerer Krankheit im 75. Lebensjahr verstorben. Die österreichische Oldtimerszene trauert um eine Persönlichkeit, die sie maßgeblich prägte und durch vielfältige Aktivitäten bereicherte.

Nachruf von Wolfgang Brandstetter

Das weiterhin traditionell am 1. Mai stattfindende überregional bekannte Käfertreffen, das wir ihm verdanken, war auch Ausdruck seiner für ihn typischen Bodenständigkeit. Es war die Alltagskultur seiner Jugend und seiner Region, die ihn interessierte und die er als gelernter Tischler und Museumsmensch an die nächsten Generationen weitergeben wollte.

Das von ihm mithilfe seiner unermüdlichen Frau Anneliese gegründete und betriebene „Raritätenmuseum“ in seinem Heimatort Röschitz spannt einen sehr weiten Bogen und zeigt nicht nur die uns vertrauten einspurigen Klassiker der heimischen Motorisierung von Puch, Lohner, HMW und KTM, sondern auch das zeitgenössische Umfeld in allen nur denkbaren Bereichen heimischer Volkskultur.

Seine legendären Führungen weckten schöne Erinnerungen bei den Älteren und viel Neugier bei den Jungen, denen er traditionelle Handwerkskunst und Zeit geschichte auf höchst lebendige Art vermittelte. Als hervorragender Motorradexperte gehörte er zum Kreis um Fritz Ehn, als dieser sein Motorradmuseum - zuerst in Eggenburg und dann in Sigmundsherberg - gründete.

Dem Käfer als einer Ikone der Nachkriegsgeschichte galt sein besonderes Interesse, und dank seiner Offenheit und Geselligkeit fand er viele Gleichgesinnte, denen er nun fehlen wird. Er war ein Kulturmensch voller Ideen, allseits geschätzt und aufgrund seiner Verdienste auch mit dem Ehrenring der Stadtgemeinde Eggenburg ausgezeichnet, die ihm mit dem größten österreichischen Käfertreffen auch ein touristisches Highlight verdankt, das stets viel Prominenz anlockte. Er erfand und organisierte auch höchst erfolgreich das „Waffenradtreffen“, das „Stangl-Puch-Treffen“ und das „Oldtimerpicknick“. Mit jeder dieser Ausfahrten bereicherte er seine Heimatregion, vermittelte dabei viel an bodenständiger Kultur und Geschichte und brachte “die richtigen Leute zusammen“, was ihm die größte Freude bereitete. „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig, sondern habt den Mut, von mir zu erzählen und zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen euch, so, wie ich ihn im Leben hatte“, ließ Emmerich - bereits in der Gewissheit des nahenden Todes - auf seine Parte drucken.

Wir wollen diese tröstlichen Worte als Auftrag verstehen.

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